Adventsimpulse

Advent – ein Abenteuer…
Ist ihnen schon einmal aufgefallen, dass unser deutsches Wort „Advent“ (vom lateinischen „advenire“ = ankommen) und das englische Wort „adventure“ übersetzt mit „Abenteuer“ den gleichen Wortstamm haben?
Das ist ein spannender Gedanke, den Advent mit einem Abenteuer zu vergleichen. Warum auch nicht? Mit einem Abenteuer verbinden wir etwas, das wir nicht vorhersehen können – etwas, was uns überrascht, wenn wir uns darauf einlassen. Abenteuer sind nicht planbar und locken uns von unserem sicheren und kuscheligen Platz am Kamin hervor, um ein Wagnis einzugehen. Abenteurer sind für uns Menschen, die sich mutig und unerschrocken ins Unbekannte stürzen und allen Prüfungen trotzen. Manchmal haftet einem Abenteuer auch etwas Unstetiges oder Zwiespältiges an. Das klingt doch wie das ganz normale Leben – eben auch und ganz besonders im Advent
Wir lassen uns im Advent immer wieder aufs Neue darauf ein, dass das „Unmögliche“ auf uns zukommt: Gott wird in Jesus Christus Mensch! Auf diesen menschgewordenen Gott, der uns dadurch seine unendlich große Liebe zeigt, wollen wir uns besinnen und vorbereiten.
Im Advent lassen wir uns auch auf die vielen Spannungen ein, die uns der Alltag so bietet: Lichterdekorationen und über­trie­bener Kommerz stehen oft im Widerspruch zu den Gedanken, die wir in den biblischen Texten in dieser ge­prägten Zeit in den Gottesdiensten hören. Und obwohl wir diese Zeit besinnlich gestalten wollen, hetzen wir und kommen nicht zur Ruhe. Sehen wir die Adventszeit als Abenteuer, dann dürfen wir gespannt sein, was das Leben an Überraschungen und Herausforderungen für uns be­reit­hält, denn wir dürfen glauben: Gott ist mit uns auf dieser Abenteuerreise!


Impulse im Advent 2020

1. Advent: Gottes Treue ist unser Fundament

Bild und Text: Stefanie Bokemeyer

„Gottes Treue ist unser Fundament“
 diese Botschaft kann unsere Seele erwärmen!
Gott schenkt uns Menschen seit Anbeginn seine Treue
 – er ist uns Menschen treu!
Auf dem Fundament seiner Treue dürfen wir stehen.
Was bedeutet mir persönlich diese Treue?
Als Menschen fällt es uns manchmal gar nicht so leicht anderen Personen,
uns selbst oder einer Sache treu zu bleiben…?
Bei Gott ist es anders: 
Gottes Treue ist 100%ig – unkaputtbar – unverbrüchlich!
Die Treue Gottes zu uns Menschen ist ein Geschenk an uns für unser Leben
– einfach so – unverdient!
Wenn ich es glauben kann und ich auf Gottes unverbrüchlicher Treue
vertraue, dann kann diese Sicherheit meine Seele erwärmen!
Sollten mich auch alle Menschen verlassen – Gott verlässt mich nie!
Auf solch einem großartigen Fundament dürfen wir stehen
und Ausschau halten
und
– achtgeben auf das, was kommt oder geschieht –
– wachsam sein und Gottes Wirken im Hier und Jetzt entdecken –
– wachsam die Aufgaben annehmen,
die uns in diesem Advent gestellt werden!
– Ausschau halten nach dem,
der immer wieder aufs Neue bei uns ankommen will:
Jesus Christus
Gottes Sohn
Kind im Stall

Die menschgewordene Treue Gottes!


2. Advent: Gottes Wort ist unser Trost

Bild und Text: Stefanie Bokemeyer

Gottes Wort ist unser Trost
Worte des Trostes sind wichtig für uns –
ganz besonders dann, wenn wir verletzt, mutlos,
orientierungslos oder krank sind.
Gibt es Worte des Trostes, die du geschenkt bekommen hast,
die dein Herz noch immer erwärmen?
*
Das Evangelium ist voller tröstender Worte und Gedanken,
die uns Gott schenken möchte.
Heute am 2. Advent führt uns Gottes Wort in die Wüste:
Die Wüste hat viele Gesichter und ist auch Sinnbild für die Nähe zu Gott,
weil es in ihr nicht viel Ablenkung gibt.
In der Wüste bin ich ganz auf mich selbst ausgerichtet
und muss mich mit den Extremen des Lebens auseinandersetzen.
Die Wüste hat für manche auch etwas Bedrohliches,
weil sie ein unbarmherziger Lebensort sein kann.
Wie tröstend kann es da sein, einen vierbeinigen Gefährten zur Seite zu
haben, der optimal auf die Widrigkeiten in der Wüste angepasst ist… ?
Ein Kamel – ein „Wüstenschiff“ – kann zum Trost in der Wüste werden.
*
Die Wüste ist aber nicht nur ein Ort –
Wüste kann auch ein Zustand sein.
Viele erleben die momentane Zeit auch als eine „Wüstenzeit“:
Vieles ist anders – Liebgewordenes fällt weg –
– Veranstaltungen sind reduziert – …
Doch auch – oder gerade jetzt – spricht Gott in diese Wüstenzeit
Worte des Trostes zu uns:
„Ihr seid Geliebte Gottes!“
„Beim Herrn sind ein Tag wie tausend Jahre
und tausend Jahre wie ein Tag!“
„Was krumm ist, soll gerade werden!“
„Er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen!“
Von welchem Wort des Trostes lässt du dich in diesem Advent berühren?
Welche tröstende Geste Gottes sehnst du herbei?
Nehmen wir diese Wüstenzeit als Chance an
uns auf das Wesentliche
und auf Gottes Worte des Trostes zu besinnen…!

3. Advent: Gottes Licht ist unsere Freude

Bild und Text: Stefanie Bokemeyer

Gottes Licht ist unsere Freude!
In uns Menschen steckt eine tiefe Sehnsucht nach dem Licht.
Licht ist eine Wohltat für unser Herz und unsere Seele.
Wenn wir auf das Bild schauen, ist es nicht verwunderlich,
dass der Lichtkreis im Zentrum zuerst unseren Blick auf sich zieht;
 dann erst wandert unser Augenmerk hin zu der üppigen, grünen Landschaft.
Die fruchtbare Landschaft steht für die Fülle,
die wir durch Gottes Licht empfangen dürfen.  
Von der rechten Seite kommend sehen wir weitere goldene Lichtstrahlen.
Woher kommen diese Strahlen wohl und wohin führen sie?
Die goldenen Strahlen sollen auf Jesus, das Licht der Welt, verweisen.
Auf Gottes Menschwerdung bereiten wir uns in der Adventszeit
immer wieder aufs Neue vor.
Sein göttliches Licht ist durch Jesus Christus in die Welt gekommen
und will die Dunkelheit vertreiben.  
Damals wie heute ruft uns Gott zu: Freut euch zu jeder Zeit!
*
Um Gottes Größe und Herrlichkeit zu beschreiben,
brauchen wir Menschen Bilder.
Das Licht ist solch ein starkes Bild,
 weil wir Menschen ein elementares Bedürfnis nach Licht haben.
Ein Leben ohne Licht möchte sich keiner von uns vorstellen.
Selbst das allerkleinste Licht hat Macht über die Finsternis
und vertreibt die Dunkelheit wirksam!
Als Glaubende sind wir mit Johannes aufgerufen,
Zeugnis für das Licht Gottes in dieser Welt abzulegen
und selbst zum Licht zu werden.
Wie kannst du Zeugnis für das Licht ablegen?
Wenn wir Gottes Licht teilen,
dann kann das uns und anderen zur Freude werden.
Halten wir in den nächsten Tagen Ausschau,
wo Gottes Licht und zur Freude werden will!

4. Advent: Gott ist Mensch geworden

Bild und Text: Stefanie Bokemeyer

Gott ist Mensch geworden!
Dieses Wunder feiern wir Christen an Weihnachten.
*
Schauen wir uns das Bild zum 4. Advent einen Moment in Ruhe an:
lm Zentrum des Bildes sehen wir Maria, die Mutter Jesu.
Ihr Mund ist vor Erstaunen geöffnet,
mit ihren Händen umfasst sie ihr Herz.
Dieses Herz hält sie voller Liebe der betrachtenden Person entgegen,
als wolle sie ihr zurufen:
Sieh, welches Wunder Gottes Liebe an uns Menschen vollbringen kann!
Auch Gott hält sie ihr Herz hin und schenkt ihm die Bereitschaft,
den Weg zu gehen, den er vorgesehen hat,
ohne zu wissen, was auf sie zukommen wird.
Sie ist eine mutige, junge Frau, die auf Gott vertraut
und sich auf sein Wirken in ihrem Leben einlässt.
Der Weg mit Gott führt sie zur Krippe im Stall von Betlehem
und nach Jerusalem zum Kreuz.
Krippe und Kreuz- Weihnachten und Ostern –
beides können wir oben rechts in der Ecke des Bildes erkennen.
Goldene Strahlen umrahmen Maria und sollen uns zeigen:
Hier wirkt Gott ein Wunder an und mit einem Menschen.
*
Bestimmt haben viele von uns auch schon um ein Wunder gebetet.
lm Moment hoffen viele auf ein Wunder…
Leider geschehen Wunder nicht automatisch per Knopfdruck und
meistens fallen sie anders aus, als wir sie uns herbeigesehnt haben.
Ein Wunder ist uns als Menschen schon sicher:
Gott ist durch seine große Liebe einer von uns geworden
und will auch in unserem Leben Spuren hinterlassen!
*
Was wir dafür tun müssen?
Halten wir Gott und den Menschen unser Herz hin!